Geschichten vom tschechisch-bayerischen Pendeln
Seit den frühen 1990er Jahren pendeln in der deutsch-tschechischen Grenzregion Arbeitskräfte aus Tschechien nach Bayern. Heute sind es täglich rund 23.500 Personen, davon etwa 22.000 mit tschechischer Staatsangehörigkeit. Besonders konzentriert sich das Pendeln in den bayerischen Grenzlandkreisen Waidhaus, Furth im Wald und Freyung-Grafenau, wo tschechische Grenzgänger:innen zwischen 6 und knapp 9 Prozent aller Beschäftigten ausmachen. In Branchen wie Handwerk, Produktion, Logistik oder Gastgewerbe sind sie längst zu einer tragenden Säule des regionalen Arbeitsmarkts geworden.
Die Prager Doktorandin Johanna Trager (Charles Universität) untersucht diesen grenzüberschreitenden Beschäftigtenstrom und fragt, was das tägliche Pendeln für Arbeitnehmer:innen und Betriebe bedeutet. Zwar greift sie in ihrer Forschung auf amtliche Daten zurück, doch – so betont Trager – bieten strukturierte Gespräche mit Grenzpendler:innen und Unternehmensleitungen erheblich tiefere Einblicke. Dabei zeigt sie unter anderem, welche Rolle persönliche Netzwerke im Grenzraum spielen und dass nicht allein die Lohnunterschiede zu den zentralen Anreizen zählen.
Über diese Befunde und weitere Erkenntnisse spricht die Wissenschaftlerin in der Podcast-Folge „Grenzpendeln im Wandel“ des Formats ON AIR vom UniGR-Center for Border Studies (UniGR-CBS). Anlass für das Gespräch mit Christian Wille (Universität Luxemburg) war ein dreimonatiger Forschungsaufenthalt von Johanna Trager am UniGR-CBS an der Universität des Saarlandes.
Podcast-Folge „Grenzpendeln im Wandel“
Johanna Trager (Charles Universität) und Christian Wille (Universität Luxemburg)
Podcast ON AIR, UniGR-Center for Border Studies 2025
Hier reinhören (Spotify)