2026

Die Rede von komplexen Grenzen ist in der Grenzforschung allgegenwärtig. Jedoch oft ohne zu klären, was damit analytisch gemeint ist. Im Podcast diskutieren D. Gerst und C. Wille, warum Grenzen nicht als stabile Linien verstanden werden können, sondern als relationale, emergente Ordnungen, deren Wirksamkeiten sich im dynamischen Zusammenspiel von Akteuren, Praktiken, Diskursen u. v. m. entfalten. Ein Podcast für Grenzforschende, die Komplexität nicht nur benennen, sondern ernst nehmen wollen.

Grenzen sind mehr als Linien auf Karten: Sie strukturieren Zugehörigkeiten, Machtverhältnisse und Alltagspraktiken. Die Tagung „Grenzsoziologie revisited“ von 26.-27.2.2026 im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen nimmt Grenzen als soziologischen Gegenstand neu in den Blick und untersucht seine kulturellen, symbolischen, materiellen sowie politischen Dimensionen. Auf dem Schlusspodium diskutiert C. Wille mit Fachkolleg:innen zu den Perspektiven einer neuen Grenzsoziologie.

Im neuen UniGR-CBS Working Paper adressieren C. Wille und Kollegen ein zentrales Defizit in der Bewertung grenzüberschreitender Kooperation und übertragen Konzepte der dynamischen Systemtheorie auf grenzüberschreitende Räume.  Ihr Ansatz ermöglicht eine vorausschauende, adaptive Steuerung grenzüberschreitender Programme, unterstützt den gezielten Ressourceneinsatz und macht Strukturwirkungen von Kooperation systematisch sichtbar.

Wie lassen sich Inseln und Grenzen neu denken? Die Konferenz „Reimagining (Island) Borders“ adressiert Inseln als dynamische, relationale und umkämpfte Räume der Begegnung, in denen Identitäten, Souveränitäten und Zukünfte neu ausgehandelt werden. Sie findet am 16.01.2026 an der Beijing Normal Hong Kong Baptist University statt, wo C. Wille die Leitlinien einer komplexitätsorientierten Grenzforschung vorstellt.